Wie bist du zum Schiesssport gekommen und seit wann betreibst du dieses Hobby?
Durch meinen Vater, er war 17 Jahre lang Präsident der SG Churfirsten. Als ich in den oberen Schlussklassen war, habe ich für ihn jeweils auf der Schreibmaschine die Mitgliederliste geschrieben. 1963 habe ich meinen ersten Jungschützenkurs besucht, damals noch mit dem Karabiner unter der Leitung von Schäfli Albin. Das erste Schützenfest durfte ich dann erst im darauffolgenden Jahr besuchen, denn damit man berechtigt war, an diesen teilzunehmen, brauchte es eine Bestätigung, dass man den Jungschützenkurs mit einer gewissen Punktezahl abgeschlossen hatte.
Was fasziniert dich an diesem Hobby?
Allen voran die Gruppenmeisterschaft. Ab Anfang der 70-iger Jahre haben wir das Gruppenschiessen so richtig intensiv betrieben. Meine Gruppe bestand über viele Jahre aus Beat Gmür, Beat Rüdisüli, Koni Rüdisüli, Pirmin Gmür und mir. Später nahm dann Hans Jöhl den Platz von Pirmin Gmür ein.
Dabei hatten wir zu den Anfangszeiten in unserem Heimstand etliche Male mit dem Nebel zu kämpfen und mussten nach Weesen ausweichen, um die Heimrunden zu absolvieren. Das war mit der Zeit schon ein wenig mühsam, denn es wurde natürlich noch von Hand gezeigt und so war der Umzug in einen anderen Stand doch umständlicher als dies heutzutage der Fall wäre.
Was waren deine grössten Erfolge?
Da sticht ganz klar der Schweizermeister-Titel beim Gruppenmeisterschaftsfinal 1992 in Olten heraus. Wir konnten uns in diesem Final von Runde zu Runde steigern und krönten uns so zum Schweizer Meister.
Eine Schrecksekunde erlebte ich in diesem Final in der 2. Runde. Das Programm war schon damals 15 Schuss, allerdings noch auf die Scheibe A5 und in dieser 2. Runde war der erste Schuss eine 2! Unsere Frauen waren an diesem Final live dabei und so dachte sich meine Frau Anni nur: «Was macht der denn da?» Aber schlussendlich habe ich zum Glück doch noch 72 Punkte erzielt.



In Amden angekommen wurden wir bereits beim Sternen durch Karl Hager, zu dieser Zeit Präsident der Mattstockschützen, auf der Strasse angehalten und es gab erste Gratulationen und einen Apéro. Weiter gingen die Feierlichkeiten dann im Schäfli. Wir wurden von der Musikgesellschaft empfangen und die Goldmedaille wurde gebührend gefeiert. Dass war dann aber noch nicht das Ende der Feierlichkeiten, denn wir vereinbarten spontan, dass wir uns zusammen mit unseren Frauen am darauffolgenden Montag zum Mittagessen im Restaurant Sonne treffen und nochmals auf unseren Erfolg anstossen.
Dieser Schweizer Meistertitel war dann auch der «Dosenöffner» für das Kantonal Final in Wil. Bisher hatten wir das Podest immer knapp verpasst, aber nach dem Schweizermeister sicherten wir uns in den Jahren 1993-1996 gleich 4x in Serie den Kantonalmeistertitel. In den folgenden Jahren kamen dann noch 5x Gold und 3x Silber dazu.
Einen speziellen Erfolg konnte ich auch im Jahr 1977 feiern, so wurde ich innerhalb von 14 Tagen zwei Mal Schützenkönig. Zuerst Feldschützenkönig in Kaltbrunn mit 69 Punkten und anschliessend Schützenkönig beim Regulasteinschiessen in Gommiswald mit 59 Punkten (damals waren in der Sektion noch 6 Schuss auf die Scheibe A10 üblich).
Ein Höhepunkt war auch das Jubiläumsfest 100 Jahre SG Churfirsten im Jahre 1996. Beim dazugehörenden Jubiläumsschützenfest besuchten uns über 1`600 Schützinnen und Schützen.
Wenn ich richtig bin, warst du auch viele Jahre im Vorstand, damals noch bei den Churfirstenschützen. Welche Ämtli hattest du während dieser Zeit inne?
Das ist korrekt. Zuerst war ich Jungschützenleiter und anschliessend amtete ich zehn Jahre als Aktuar. Als unser damaliger Präsident, Sepp Gmür Jg 1926, im Jahre 1978 leider verstorben ist, habe ich dieses Amt übernommen und während sieben Jahren ausgeführt.
Wenn mich jemand fragt, was mir zu dir so spontan in den Sinn kommt, würde ich antworten, die Konstanz. Woher kommt diese? Hast du ein spezielles Ritual vor dem Schiessen?
Nein, ein Ritual oder Geheimrezept habe ich nicht. Aber da stimme ich dir zu, in der Regel konnte ich meine Leistung, ohne jetzt überheblich zu klingen, eigentlich immer bringen.
Das Chilbischiessen hat bei den Schützen einen sehr hohen Stellenwert. Ich nehme an, dass das auch bei dir so ist?
Natürlich ist das auch bei mir so. Über 800 Punkte im Gabenstich habe ich eigentlich immer erzielt, mit diesem Resultat war man ja früher noch vorne in der Rangliste dabei, der Schützenkönigstitel blieb mir allerdings bisher verwehrt. Dafür wurde ich zwei Mal Jungschützenkönig und ebenfalls zwei Mal Veteranenkönig, letztmals im Jahr 2023.
Hast du uns noch weitere Anekdoten aus früheren Jahren zu erzählen?
- Als ich zu meinen Anfangszeiten mit meinem Vater an ein Schützenfest fuhr, war eigentlich die Regel, dass der mit dem tieferen Resultat am Abend die Kühe melken musste. Aber ob ich jetzt besser oder schlechter als mein Vater geschossen hatte, in der Regel musste sowieso ich jeweils die Kühe melken😊
- Koni Rüdisüli sagte in Wil einmal zu mir, also wenn ich heute keine 70 Punkte schiesse, laufe ich nach Hause. Diese hatte er dann auch erreicht, denn ich kann mich nicht erinnern, dass einmal jemand von Wil nach Hause gelaufen ist.
- Auf dem Weg nach Wil fuhr unserer Fahrer Hans Jöhl in Maseltrangen, bei der Kreuzung zum Schützenhaus, einmal aus Versehen auf den Randstein und das Auto erlitt einen Platten. Diesen konnten wir allerdings schnell beheben und kamen doch noch rechtzeitig in Wil an. Diese Geschichte kommt mir heute noch jedes Mal in den Sinn, wenn ich an dieser Stelle vorbeifahre.
- Als Schäfli Albin das Maximum im Feldschiessen erzielt hatte, stand er beim Absenden samt dem Vereinsfahnen auf dem Tisch, noch bevor sein Name fertig heruntergelesen wurde.
Was wünschst du dir für die Zukunft?
In erster Linie gesund zu bleiben und solange es geht, werde ich weiterhin im Schiessstand anzutreffen sein.
Danke für das Interview. Die Schützen Amden gratulieren dir ganz herzlich zu deinem 80-igsten Geburtstag und wünschen dir und deiner Frau Anni für die Zukunft alles Gute.
Das Interview wurde geführt vom Präsidenten Ralph Gmür

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